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Vorschau Frühjahr 2018

Korrespondenzen Front Cover

Horst Gerald Ganglbauer

Korrespondenzen
auf Papier

Briefe aus der Zeit vor dem Internet ca. 1975–1995

 

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Foto © Werner Schandor

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Gangan Verlag
Stattegg 2018
ca. 200 Seiten
ca. 200 Abbildungen
gebunden
21,5 x 15 cm
ISBN 978-3-900530-45-7

€ 24,90

Korrespondenzen
auf Papier

Gerald GanglbauerIn meiner Jugend musste man sich noch zu einer Telefonzelle begeben, wenn der Nachbar stundenlang das Vierteltelefon besetzt hielt. Man musste auch noch Briefe auf dem Medium Papier verfassen und vom Postdienst zustellen lassen, weil das Internet in den Haushalten völlig unbekannt, ja sogar unvorstellbar war. In jener Zeit legte man noch Wert auf gewählte Sprache, korrekte Rechtschreibung und Gestaltung seiner Korrespondenz. Sei es durch heutzutage völlig unzustellbare weil mit Hand gefertigte Kuverts aus bunten Magazinen, die eine mittlerweile privatisierte Post heute – weil nicht maschinenlesbar – gar nicht mehr annehmen würde, seien es die frei gewählten Formate, die mit der DIN-Norm nichts gemein hatten.

Ob das nun besser oder schlechter war, sei dahingestellt. Ich habe jedenfalls all diese Briefe aufgehoben und eine Auswahl hier dokumentiert. Eine Kellerüberschwemmung hat leider einen Teil zerstört, sonst wäre dieses Buch dreimal so prall geworden. Die mit Tinte geschriebenen Briefe und Postkarten waren ins Unleserkliche zerflossen und wurden nach sorgfältiger Prüfung im Papier-Recycling entsorgt. Dennoch freut es mich, dass ich noch etwa 200 Briefe retten konnte, die hier ein neues Leben erfahren.

Die Themen sind vielfältig: um Reisen, Ausbildung, Beruf und Liebe geht es in einem Großteil der Briefe, die meist Antworten auf meine unsichtbaren Fragen geben. Leider war es nur in der Geschäftskorrespondenz üblich, für sich selbst eine Kopie eines Schreibens aufzubewahren, weshalb sich alle Briefe an mich richten. Es erfordert ein wenig Fantasie, sich meinen Teil an den Korrespondenzen vorzustellen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass Parallelen zu den Kapiteln in der "Geografie der Liebe" (meinem dritten Buch) nicht zufällig sind. Dort finden sich Begegnungen aus meiner Sicht, hier die tatsächlichen Reaktionen von weiblicher Seite. Und die waren nicht immer nur eitel Wonne, sondern mitunter auch verletzt und gekränkt, wiewohl es nie meine Absicht war. Aber der Abbruch einer Beziehung, auch einer poliamoren, ist immer schmerzhaft. Dabei kommt es zum ganzen Spektrum der Gefühle. Hier sind sie alle ungekürzt und authentisch, auch wenn ich dabei manchmal nicht gut wegkomme.

Diese Briefe zu lesen hat mich an Wegeskreuzungen erinnert, die mein Leben in unterschiedlichste Bahnen geführt haben könnten. Interessante Hypothesen, aber ein Leben ist nun einmal, was es ist. Deshalb überlasse ich Edith Piaf das letzte Wort.

Non, rien de rien, non, je ne regrette rien
Ni le bien qu'on m'a fait, ni le mal
Tout ça m'est bien égal

Kapitel I Kapitel II
Kapitel III Kapitel IV